Aktuelle Fortschritte und neue Therapieoptionen in der Immunonkologie
Was ist neu?
Neu, in Europa verfügbare Immuntherapien zur Behandlung solider Tumore, sind primär auf monoklonalen Antikörpern basierende Medikamente. Dazu zählen das Immunkonjugat Mirvetuximab-Soravtansin für die Therapie des Folatrezeptor-alpha-positiven Ovarialkarzinoms, der monoklonale Antikörper Zolbetuximab für das Claudin-18.2-positive Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs sowie die gegen die PD-1/PD-L1-Achse gerichteten Checkpoint-Inhibitoren, zu denen unter anderem Tislelizumab für das Plattenepithelkarzinom des Ösophagus, Toripalimab für das Nasopharynxkarzinom, Sugemalimab für das NSCLC sowie das Retifanlimab für das Merkelzellkarzinom zählen.
Die neuesten Therapiestrategien in der Behandlung des refraktären multiplen Myeloms und B-Zell-Lymphoms liegen in der Anwendung bispezifischer Antikörper. BCMA-CD3-bispezifische Wirkstoffe Elranatamab und Teclistamab sowie Talquetamab, ein GPRC5D-CD3-bispezifischer Antikörper, wurden zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen. Neu in der Behandlung des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) sind die CD20-CD3-Antikörper Glofitamab und Epcoritamab, die auch nach Therapieresistenz gegen chimäre Antigenrezeptor (CAR)-T-Zellen einen positiven prognostischen Effekt aufweisen.
Die wichtigsten neuen Kombinationstherapien sind CD38-Antikörper-basierte Immunchemotherapien als Erstlinienbehandlung des neu diagnostizierten multiplen Myeloms, Glofitamab+Gemcitabin und Oxaliplatin für die Therapie des rezidivierten/refraktären (r/r) DLBCLs sowie die Kombination aus Checkpoint-Inhibitoren + Chemotherapie für die Erstlinientherapie der unresezierbaren oder metastasierten biliären/urothelialen/bronchialen/nasopharyngealen und endometrialen Karzinome.
Im Jahr 2024 erfolgte erstmals die Zulassung zweier T-Zell-basierter Therapien für solide Tumoren durch die FDA. Diese umfassen Lifileucel, eine Therapie mit tumorinfiltrierenden T-Lymphozyten (TILs) für das fortgeschrittene Melanom sowie Afamitresgene autoleucel, ein T-Zellrezeptor-modifiziertes T-Zell-Produkt zur Therapie des nicht resektablen Synovialsarkoms.
Die Strategien zur Ausweitung von CAR-T-Zell-Therapien über B-Zell-Malignome hinaus sind vielfältig. Modulierbare CAR-Plattformen, die Exploration von tumorspezifischen Zielstrukturen, duale Ansätze sowie der Einsatz von zytokinsezernierenden CAR-T-Zellen gelten als zukunftsfähig.