Journal

Die Pathologie

Papers (8)

Role of human papillomavirus status in the classification, diagnosis, and prognosis of malignant cervical epithelial tumors and precursor lesions

Cervical cancer ranks as the fourth most common malignant tumor in the female genital tract. Despite numerous efforts to reduce both the incidence and mortality in recent decades, it is still considered a major health issue worldwide. Previous classifications and diagnostic criteria relied on morphologic features only, lacking clinical and/or pathogenetic correlations. The present review focuses on some new developments regarding the significant role of human papillomavirus (HPV) status for the diagnosis, classification, and prognosis of the most frequent malignant cervical epithelial tumors (squamous cell carcinoma and endocervical adenocarcinoma) and their precursor lesions. The current World Health Organization (WHO) 2020 classification and morphologic criteria proposed by the International Endocervical Classification and Criteria (IECC) in 2018 are detailed. Ancillary studies to help the differential diagnosis are presented, including the critical role of p16, HPV test, and, more recently, p53. Although the management of HPV-associated and HPV-independent cervical cancer is similar at present according to current international guidelines, recent studies have highlighted the significance of HPV status for determining patient survival and response to treatment. As a consequence, personalized management approaches based on these factors could enhance treatment outcomes. Future national screening programs should integrate the information on recently described HPV-independent squamous and glandular precursor lesions.

Zufallsbefund von Lymphangioleiomyomatose in gynäkologischen Operationspräparaten – eine Fallserie

Zusammenfassung Hintergrund Die Lymphangioleiomyomatose (LAM) ist eine seltene progrediente low-grade Neoplasie, welche überwiegend bei jungen Frauen auftritt. Die Erkrankung ist primär für ihre pulmonale Manifestation mit zystischer Parenchymdestruktion bekannt, jedoch ist auch eine extrapulmonale Beteiligung möglich. LAM ist assoziiert mit Mutationen in den Tuberöse-Sklerose-Komplex(TSC)-Genen TSC1 und TSC2 und kann sporadisch oder im Kontext der hereditären Erkrankung TSC auftreten. Ziel Sensibilisierung für extrapulmonale LAM-Befunde im Retroperitoneum und Beckenraum. Methodik Es wurde eine Datenbankrecherche zu LAM-Befunden in gynäkologischen Operationspräparaten durchgeführt. HE-Schnittpräparate wurden reevaluiert und immunhistochemische Präparate begutachtet. Klinische Daten wurden hinsichtlich des Vorliegens einer pulmonalen LAM oder TSC ausgewertet. Ergebnisse Insgesamt wurden 13 Fälle identifiziert. Das Alter der Patientinnen reichte von 32 bis 77 Jahren, wobei 8/13 Frauen ≤ 55 Jahre alt waren, 2 Patientinnen wiesen eine Anamnese von pulmonaler LAM und TSC auf. Die meisten Frauen wurden aufgrund gynäkologischer Malignome operiert. Die histologische Begutachtung zeigte in 10/13 Fällen LAM-Läsionen in 1 bis 9 Lymphknoten mit einer Größe von 0,5–12,0 mm, 3/13 Fälle wiesen eine extranodale LAM-Beteiligung im Retroperitoneum, Myometrium und Ovarhilus auf. Die Läsionen exprimierten überwiegend HMB45, Desmin und SMA. Diskussion LAM ist eine seltene Erkrankung mit vorrangiger Lungenbeteiligung, jedoch ist auch eine extrapulmonale Manifestation möglich. Es ist entscheidend, LAM-Foci zu erkennen und zu berichten, um einen ersten Hinweis für eine bis dato nichtdiagnostizierte pulmonale LAM und/oder eine TSC zu geben.

Revidierte Fassung der S3-Leitlinie Zervixkarzinom 2021 – Anforderungen an die Pathologie

ZusammenfassungIm Jahr 2015 wurde die S3-Leitlinie für Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms erstellt, die 2021 in ihrer revidierten Fassung vorliegt. Neu für die Pathologie sind die Aufnahme der International Endocervical Adenocarcinoma Classification (IECC), die zwischen HPV-assoziierten und non-HPV-assoziierten Karzinomen unterschiedet, sowie des prognostisch relevanten morphologischen Wachstumsmusters bei (HPV-assoziierten) Adenokarzinomen (sog. Silva-Pattern). Die Multifokalität beim mikroinvasiven Zervixkarzinom ist nun definiert als der Nachweis voneinander histologisch klar separierter invasiver Foci mit einem minimalen Abstand von 0,2 cm. Aufgrund einer möglichen intratumoralen Heterogenität sollen Zervixkarzinome ≤ 2 cm vollständig und Tumoren > 2 cm mit einem Block pro Zentimeter größter Ausdehnung eingebettet werden. Bei der (radikalen) Trachelektomie/Hysterektomie sollen der vaginale Resektionsrand und das parametrane Gewebe vollständig eingebettet werden. Neu ist die Empfehlung zur Aufarbeitung von Sentinellymphknoten. Diese sollen entlang ihrer Längsachse in 0,2 cm Abstand lamelliert, vollständig eingebettet und mittels Ultrastaging aufgearbeitet werden. Die FIGO-Klassifikation von 2009 bzw. TNM-Kategorisierung von 2017 wird beibehalten, die Angabe der FIGO-Klassifikation 2018/19 ist optional. Molekulare Marker spielen derzeit noch keine relevante Rolle in der Prognose und zum Therapieentscheid.

Publisher

Springer Science and Business Media LLC

ISSN

2731-7188