Diagnostik, Therapie und onkologisches Outcome bei zervikalen CUP-Syndromen je nach p16-Status

Lukas Boosfeld & Cornelius Kürten et al. · 2024-12-05

Zusammenfassung

Die Inzidenz zervikaler Plattenepithel (SCC)-CUP-Syndrome steigt mit einem relevanten HPV-assoziierten Anteil. In dieser 10 Jahre umfassenden retrospektiven Studie wurden klinische und therapeutische Parameter von Patienten mit zervikalen SCC-CUP erfasst. Neben einer Analyse der Primärtumordetektionsrate bei initialem SCC-CUP (SCC-CUPinit) wurde das mittlere Gesamtüberleben sowie das rezidivfreie Überleben bei Patienten ohne Primärtumordetektion nach erweiterter Diagnostik, also definitiven SCC-CUP (SCC-CUPdef), in Abhängigkeit vom p16-Status ausgewertet, um therapeutische Empfehlungen abzuleiten.

Bei 85% (n=131/155) der CUPinit handelte es sich histologisch um SCC, gefolgt von Adenokarzinommetastasen bei 7% (n=10/155). Bei 41% (n=54/131) der Patienten mit SCC-CUPinit wurde mittels erweiterter Diagnostik ein Primärtumor identifiziert; die Primärtumordetektionsrate war dabei bei p16-positiven vs. p16-negativen signifikant höher (63% vs. 23%, p<0,001). Die PET-Bildgebung wies eine Sensitivität bzw. Spezifität von je 73% auf. SCC-CUPdef wurden vorrangig primär chirurgisch mit adjuvanter Radio(chemo)therapie behandelt, SCC-CUPdef-Patienten mit positivem vs. negativem p16-Status wiesen ein signifikant längeres Gesamtüberleben auf (53 vs. 41 Monate, p=0,037), ebenso Patienten mit cN1- vs. cN3-Status und M0- vs. M1-Status.

Der p16-Status beeinflusst bei Patienten mit SCC-CUP die Diagnostik und Therapie: Bei p16-positiven SCC-CUPinit gelang signifikant häufiger eine Primärtumordetektion als bei p16-negativen SCC-CUPinit. Bei Patienten mit SCC-CUPdef war ein positiver p16-Status mit einem besserem Gesamtüberleben assoziiert, die Unterschiede rechtfertigen jedoch bislang keine Therapiedeeskalation.

Authors
Lukas Boosfeld, Stephan Lang, Stefan Mattheis, Micheal Peis, Gregor Zaun, Sebastian Waßenberg, Hideo Andreas Baba, Timon Hussain, Cornelius Kürten